Gala zum 10-jährigen Jubiläum des Kinderzirkus Konfetti

Druckversion
Bild: 
Jonglieren auf der Bärenrolle

Am Samstag, den 28.1., war es nun so weit. Der Kinderzirkus Konfetti des TSV Boll gab zu seinem 10-jährigem Jubiläum eine Galavorstellung in der Mehrzweckhalle in Boll. Ab 16 Uhr strömten die Besucher in die Halle mit der vielversprechenden Manege und diese füllte sich schnell bis zum letzten Platz. Bis zum Programmstart um 17 Uhr wurden Bilder aus der Geschichte des Zirkus an eine Leinwand projiziert. Der Zirkusdirektor Günther Hirschmann konnte den Oberndorfer Bürgermeister Herrmann Acker, der die Schirmherrschaft übernahm, und die Ortsvorsteher aus Boll, Wolfgang Schittenhelm, und Bochingen, Martin Karsten begrüßen. Unter der Leitung von Larissa Eiternik wurde auch der Villinger Gastzirkus Confetti willkommen geheißen. Drei Filmkameras, Beleuchtung und die Musik waren bereit.

Die Gala, unter dem Motto "Auf der Reise in eine bessere Welt" war vom Zirkustrainer Helmut Roeßle und seinem Helfertteam mit den Zirkuskindern vorbereitet worden, die sie nun stolz präsentieren konnten. Die Vorstellung begann mit abgedunkelter Manege, in der sich die Zirkuskinder, von einem Lichtspot beleuchtet, langsam in die Manege vortasteten, von ihrem Gepäck noch beschwert. Der Lichtspot wechselte dann auf das von der Decke hängende Vertikaltuch, an der nun zwei in weiße und schwarze Trikots gekleidete Artistinnen, Lina und Luna, scheinbar unbeschwert von der Welt da unten abwechselnd einen akrobatischen Reigen an Figuren vorführten. Nun erscheint die Fee Rosa mit ihrem Zauberstab und zeigt uns rund um die Manege mit Schildern wie eine bessere Welt entstehen kann: "Wir haben nur diese Welt für alle", "Glaube, Hoffnung, Liebe", "Jeder Mensch ist Ausländer - fast überall", "Entscheide selber: Sind deine Gedanken positiv, ist auch dein Leben positiv", "Wo du bist wird die Welt freundlicher!", "Was Du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu", "Eine Haltung der Dankbarkeit und Großzügigkeit fördert die persönliche Lebensfreude", "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", "make bubbles not bombs". Nun kommt der kleine Clown Sebastian, legt sich mitten in die Manege und schläft sofort fest ein. Nachdem die Zirkus-Ansagerin Luna es nicht schafft den Schlafclown zu wecken, erklärt sie uns, wie die Zirkuskinder die Welt besser machen wollen und wie sie das im Zirkus mit gegenseitiger Hilfe und Rücksichtnahme lernen können.

Nun folgten die Magiere Emil, Julian und Alem, die den schlafenden Clown Sebastian auf ein Brett zwischen zwei Stühlen betteten, und ihn dort nach Wegnahme von Brett und eines Stuhls schweben ließen. Die Magier konnten sogar Hula-Hoop-Ringe entlang des schwebenden Clown ziehen. Schließlich erwachte Sebastian dank der drei Magier wieder zum Leben. Der Clown Leon will die nächsten Nummern ansagen, aber Jakob warf ihn mit seinem fliegenden Fischen, die er jetzt gleich bringen wollte, völlig aus dem Konzept. Es folgte eine rasante Nummer mit akrobatischen Einlagen dreier mit Regenschirmen bewaffneter Tänzerinnen. Mit brennenden Hüten betraten die fünf Fakire die Manege, denen weder Nagelbretter noch Glasscherben etwas ausmachten. Auch nicht wenn andere Fakire oben drauf standen. Große Flammen wurden gespuckt und dann ward der Clown Jakob in eine Kiste gesperrt, die mit zahlreichen Schwertern durchbohrt wurde, der er aber natürlich wieder unbeschadet entstieg. Und wieder gerieten Leon und Jakob bei der Ansage mit den fliegenden Fischen aneinander, die er aber nun auch wirklich ins Publikum fliegen lassen konnte.

Statt der fliegenden Fische jonglierten Nicole und Sandra atemberaubend mit bunten Tüchern auf dem Rollbrett, nicht am Boden, sondern auf aufeinandergetürmten Bärenrollen. Nun griff Helmut Roeßle selber ins Geschehen ein, der versuchte die Vertikaltuchartistin Lina, nun plötzlich als stocksteife Schaufensterpuppe, richtig zu positionieren. Als er ihr einen nicht enden wollenden roten Wollfaden aus dem Mund zog, muss er mit Entsetzen feststellen, dass er damit den Pullover unter Linas Mantel auftrennte. Davon unbeeindruckt begannen nun Lina, Luna und Mara eine Reihe von akrobatischen Kunststücken am Boden vorzuführen, an die sich die unglaublich bewegliche Rosa mit Akrobatik an einem Stuhl anschloß. Nun folgte eine Vorführung zum Thema Seifenblasen, kleine und sensationell große. Die Kinder zeigten damit, dass sie schon mal sehr gut Bubbles machen können. Als alle Kinder plötzlich auf dem Boden der Manege lagen, war auch Luna ziemlich schnell klar, dass nun offensichtlich Pause war. Das Bewirtungsteam des TSV Boll hatte entsprechend alle Hände voll zu tun.

Der zweite Teil der Gala begann mit einer riesigen Geburtstagtorte, die auf langen Stelzen in luftiger Hallenhöhe von Timo und Sandra balanciert wurden. Helmut begrüßte nun die Gäste des Zirkus Confetti aus Villingen unter Leitung von Larissa Eiternik. Drei Akrobatinnen führten nun eine Reihe zunehmend artistischer werdender Figuren vor. Helmut bedankte sich bei den drei Grazien sichtlich beeindruckt mit viel Schokolade. Sandra und Nicole schwangen sich nun ans Trapez und führten kopfunter eine Reihe von luftigen Hänge- und Schwungfiguren vor. Mit größter Mühe wurde nun eine gewaltige Hantel von 500 kg in die Manege geschleppt, die der stärkste Mann der Welt, der kleine Malik, der auf einer Bärenrolle in der Manege eintraf ohne mit der Wimper zu zucken lupfte. Da dies beim Publikum auf Unglauben traf, forderte er zwei starke Herren heraus, die sich mit ihm im Zerdrücken von rohen Kartoffeln mit einer Hand messen sollten. Während dies für Malik leichtes Spiel war, mussten die beiden Herrschaften klein bei geben.Was wäre ein Zirkus ohne Dressur, Luna kündigte nun den großartigen Dompteur Leon an, der acht wilde Gäule gleichzeitig im Zaum halten konnte.

Sebastian und Luna jonglierten als nächstes mit Tellern und Leuchtbändern auf der Bärenrolle; Rosa, Jessica und Leon balanzierten auf Kugeln und jonglierten dabei mit Reifen oder sprangen dabei unglaublicherweise mit dem Seil. Leon kündigte nun den großen Magier Julian an, der aus einem Krug immer wieder neu Wasser herauszaubern konnte und in einen Eimer goß. Erstaunlicherweise war dieser, wie sich später herausstellte gar nicht mit Wasser gefüllt, sondern dieses verwandelte Julian in Konfetti. Timo, Jan, Sandra und Nicole schwangen sich für die letzte Nummer aufs Einrad und kreiselten zusammen als Pirouetten durch die Manege. Jan und Timo demonstrierten dann wie man mit dem Einrad Treppen bewältigt oder auch in luftiger Höhe radeln kann. Zum Schluß stürmten alle Kinder die Bühne, schnappten sich zwei Leitern und arrangierten sich zu einem Turm. Dazu regnete es herbeigezauberte Konfetti.

Helmut Roeßle dankte Günther für seinen unermüdlichen organisatorischen Einsatz für den Zirkus, er dankte auch besonders Günthers Frau Christa Stimmler für Ihre Hilfe. Gisela Schmidt, die Kassiererin des TSV Boll, gratulierte Günther Hirschmann im Namen des Vorstandes zum Jubiläum und überreichte ihm ein Geschenk des TSV. Helmut und Günther bedankten sich bei ihrem Helferteam und allen, die mit geholfen hatten den Zirkus über all die Jahre zu ermöglichen. Besonders freute er sich über das von den Besuchern für den Zirkus gespendete Geld, das es auch finanzschwächeren Kindern und Flüchtlingskindern ermöglichen soll am Kinderzirkus teilzunehmen.